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Zusammenfassung:
Im Gegensatz
zu krautigen Pflanzen ist das Phytoremediationspotenzial für
sprengstofftypische Verbindungen bei Bäumen („Dendroremediation“)
wenig untersucht. Vor allem an Bilanzierungen
des Explosivstoffschicksals im System Boden/Baum mangelt es bisher.
Hauptziel
der Untersuchungen war es daher, nach Möglichkeiten der Erfolgskontrolle
eines Bodensanierungseffektes durch Nutzung des
Dendroremediationspotentials von Laub- und Nadelgehölzen bei
sprengstoffverseuchten Böden, die mit 2,4,6-Trinitrotoluol (TNT)
und
seinen Begleitstoffen kontaminiert sind, zu suchen.
Die
Untersuchungen wurden an Weiden, Pappeln, Birken, Fichten und Kiefern
durchgeführt. Es wurden Freilandbilanzierungen des
Bodenschadstoffschicksals mit Laub- und Nadelgehölzen in Kleinlysimetern
(Mitscherlichgefäßen), quantifizierende Dendrotoxizitäts- und
Schadstoff-Verbleibsuntersuchungen mit neuartigen
Dochtapplikationssystemen, Radiotracerbilanzierungen zu Verbleib und
Kompartimentierung von [14C]-TNT in ausgereiften Bäumen sowie
Pflanzenanalysen an Altlast-Bäumen durchgeführt und durch vergleichende
Parzellenertragsmessungen ergänzt.
Als
Ergebnis
erfolgte der Freiland-Nachweis der Dendroremediation bei allen
getesteten Gehölzen durch Bioindikation des Wachstums und durch
chemisches Sickerwassermonitoring. Analysen von Bodenstichproben können
die Dendroremediation nicht abbilden und sind nicht zur
Freilanderfolgskontrolle geeignet. Eine verlässliche Ermittlung des
Dendroremediationspotenzials juveniler und älterer Gehölze durch Messung
der Dendrotoxizität, des Schadstoffverbleibs und der Kresse-Resttoxizität
des Bodens ist nur bei definierbarer Schadstoff-Zufuhr möglich.
In
Laub- und Nadelgehölzen gelang der erstmalige
Nachweis der vollständigen [14C]-TNT-Inkorporation bzw.
TNT-Metabolisierung zu bisher unbekannten Metaboliten. Erstmals ist auch
eine differenzierte Kompartimentierung des [14C]-TNT-Verbleibes
in reifen Gehölzen nachgewiesen. Aus der Ergebnis-Verknüpfung von
Dendrotoleranzexperimenten, Radiotracer-Untersuchungen und
Freilandparzellenertragsmessungen lässt sich das Dendroremediationspotenzial anzupflanzender Gehölze und der Verlauf der
„Natural Attenuation“ bestehender Altlastwälder berechnen.
Sanierungsempfehlungen und Förderungsmöglichkeiten der „Natural
Attenuation“ lassen sich daraus
altlastspezifisch ableiten.
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Schlüsselwörter (Keywords):
Dendroremediation,
Phytoremediation, Natural Attenuation, Rüstungsaltlast, TNT, 2,4,6-Trinitrotoluol,
DNT,
Dinitrotoluol, ADNT,
Aminodinitrotoluol, sprengstofftypische
Verbindungen, Nitroaromate, Gehölze, Bäume, Weide, Pappel, Birke,
Fichte, Kiefer, Salix, Populus, Betula pendula, Picea
abies, Picea glauca, Pinus sylvestris, Dendroremediations-Potenzial, [14C]-TNT
letzte
Aktualisierung: 09.12.04 11:01
durch Bernd
Schoenmuth

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