1 Problem &  Aufgabe
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Berichtsgliederung entsprechend Vorschrift: Nr.3.2 BNBest-BMBF98 <http://www.fz-juelich.de/ptj/datapool/page/490/Schlussbericht.rtf>

1.  Problem / Aufgabenstellung / Ziel 

Problem

Großflächig mit dem Explosivstoff 2,4,6-Trinitrotoluol (TNT) und dessen Begleitsubstanzen, wie z.B. Aminodinitrotoluole (ADNT), Trinitrobenzol (TNB) oder Dinitrotoluole (DNT), kontaminierte Gebiete geringen und mittleren Belastungsgrades, sowie bisher nicht detektierte kleinräumige Schadstoffnester bedrohen als Hinterlassenschaft der Rüstungsproduktion des Dritten Reiches durch Auswaschung das Grundwasser oder sind fast 60 Jahre nach Kriegsende als Schadstofffahnen in Grundwasserleitern anzutreffen.

Physikalisch-technische Bodensanierungsverfahren müssen in der Regel ex situ durchgeführt werden, sind damit sehr kostenintensiv und daher nur punktuell für die Dekontamination hochbelasteter Schwerpunktorte einsetzbar. Auf der Suche nach bezahlbaren und gesellschaftlich akzeptierten Bodendekontaminationsmöglichkeiten schreitet die Erarbeitung bodenschonender, biologischer Sanierungstechniken somit auch aus wirtschaftlichen Gründen voran. Jedoch müssen auch die verschiedenen mikrobiologischen Sanierungsverfahren auf Schwerpunktkontaminationen beschränkt bleiben, da auch hier ein Bodenaushub und der Zuschlag organischer Cosubstrate notwendig ist.

Für die großflächig mit Sprengstoffen kontaminierte Areale geringen bis mittleren Belastungsgrades bietet sich die Suche nach kostengünstigen, pflanzenbasierten Sanierungsverfahren an. Die Labor- und Freilandarbeiten werden unter dem Begriff „Phytoremediation“ zusammengefasst. Die „Aspekte der Phytoremediation organischer Schadstoffe“ sind von Trapp (2000) [#Lit 11] übersichtlich beschrieben und die besondere Bedeutung der Gehölze wird hervorgehoben. Der Autor bemängelt, dass Phytotoxizität und Schadstoffbilanz im Freiland nur in wenigen Fällen dokumentiert sind.

Die Zahl der Arbeiten zur Phytoremediation ist in den letzten Jahren so stark angestiegen, dass es notwendig erscheint, die vergleichsweise wenigen Untersuchungen zum Sanierungspotential von Gehölzen mit Hilfe des bisher nur an der Michigan State University für Anorganika verwendeten Begriffes Dendroremediation von den Arbeiten mit krautigen Pflanzen abzugrenzen. Auch unterscheiden sich Gehölze von krautigen Pflanzen, trotz vielfältiger Übereinstimmungen in den physiologischen Reaktionen, vor allem durch die Nachhaltigkeit ihrer Einflüsse auf Boden und Wasserhaushalt, die andererseits erhebliche zeitlich-methodische Untersuchungsprobleme mit sich bringt.

Aufgabe

Die Tatsache, dass in Deutschland ein Großteil der explosivstoffverseuchten Gebiete und Verdachtsflächen von Wäldern, besonders von Nadel- aber auch von Mischwäldern bestanden ist, verlangt nach der parallelen Untersuchung der Remediationseignung von speziellen Gehölzen, die bereits für die Entwicklung pflanzenbasierter Sanierungsverfahren selektiert wurden (z.B. Schönmuth 1996 [# Lit 5], Schönmuth et al. 1997a [#Lit 7], Schönmuth et al. 1997b [#Lit 8]) und des Dendroremediationspotenzials von Gehölzen, die bereits seit Jahrzehnten auf den Altlastflächen wachsen. Die in der Vorhabensbeschreibung des Projektantrags von 1997 [#Lit 6] vorgelegte Aufgabenstellung war daher auf folgende Teilaufgaben ausgerichtet:

1.   Erprobung der Dekontaminationsleistung von im Vorläuferprojekt selektierten TNT-toleranten Weiden- und Pappelklonen sowie altlasttypischen Gehölzen (Fichte, Birke) unter Freilandbedingungen

2.  Radiotracer-Untersuchungen mit [14C]-TNT zur Bilanzierung der TNT-Aufnahme in Gefäßversuchen

3.  Analytik ausgewählter Standortgehölze auf TNT-kontaminierten Flächen bezüglich der natürlichen Dekontaminationsfähigkeit dieser Gehölze 

 

Ziel

Die hauptsächlichen Projektziele waren wie folgt festgelegt: 

§      Sanierungsvorschläge für TNT-kontaminierte Böden mittels definierter Gehölze für praktische Zwecke zu erarbeiten

§      Orte, Umfang und Art der Nitroaromatenmetabolisierung in der Gehölzpflanze zu lokalisieren und zu quantifizieren

§     Prognosehilfsmittel für den Einfluss der vorhandenen Altlast-Bewaldung auf die weitere Entwicklung der Bodenkontamination zu erhalten („Natural Attenuation“)


letzte Aktualisierung: 18.02.04 22:16 durch BerndSchoenmuth@yahoo.de Vorherige Seite    Nächste Seite  Web date: Juni 2002